Anthocyane

Natürliche Farbstoffe mit funktionellem Mehrwert

Anthocyane sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die für rote, violette und blaue Farbtöne in Beeren, Trauben, Rotkohl oder Purpurmais verantwortlich sind. In der Lebensmittel- und Supplementindustrie gewinnen sie zunehmend an Bedeutung, da sie natürliche Farbgebung mit funktionellen Eigenschaften kombinieren und so auch gesundheitsorientierte Produktkonzepte unterstützen.

Was sind Anthocyane?

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Anthocyanen um glykosylierte Formen der Anthocyanidine, zu denen unter anderem Cyanidin, Delphinidin oder Malvidin gehören. Durch unterschiedliche Zuckerbindungen und Acylierungen entstehen zahlreiche Strukturvarianten mit teils stark abweichender Stabilität. Gerade akylierte Anthocyane aus schwarzer Karotte oder Purpurmais gelten als technologisch besonders robust und werden daher bevorzugt in färbenden Lebensmittelzutaten eingesetzt.


In Pflanzen übernehmen sie mehrere Aufgaben: 

  • UV-Schutz: Absorption von UV-Strahlung, 
  • Antioxidativer Schutz: Abfangen freier Radikal, 
  • Signalwirkung: Anlocken von Bestäubern und Samenverbreitern, 
  • Stressreaktion: Bildung bei Kälte, Lichtstress oder Nährstoffmangel


Stabilität von Anthocyanen

Anthocyane gelten technologisch als anspruchsvolle Inhaltsstoffe, da sie stark auf Umweltbedingungen reagieren.

Die Farbstoffe reagieren empfindlich auf pH-Wert, Temperatur, Licht und Sauerstoff. In sauren Matrizes zeigen sie die höchste Stabilität und intensive Rotfärbung, während neutrale oder alkalische Bedingungen zu Farbverschiebungen und Abbau führen können. Deshalb eignen sich Anthocyan-Extrakte besonders für Getränke, Fruchtzubereitungen, Kapselprodukte oder funktionelle Mischungen mit kontrollierter Rezeptur. Eine geeignete Rohstoffquelle sowie standardisierte Extrakte sind entscheidend für reproduzierbare Produktqualität.

Gesundheitliche Wirkungen – Stand der Forschung

Anthocyane werden intensiv hinsichtlich ihrer bioaktiven Eigenschaften untersucht. Die Datenlage ist insgesamt positiv, auch wenn Wirkungen stark von Matrix, Dosis und Bioverfügbarkeit abhängen.


Antioxidative Wirkung: Anthocyane können freie Radikale neutralisieren und oxidativen Stress reduzieren. 

Herz-Kreislauf-Gesundheit: Mehrere Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Anthocyanaufnahme und: verbesserter Gefäßfunktion, reduziertem LDL-Oxidationsstatus, niedrigeren Entzündungsmarkern

  • Studie: Cassidy et al., 2013 – Circulation → Höhere Anthocyanaufnahme korreliert mit geringerem Herzinfarktrisiko bei Frauen

Blutzucker- und Stoffwechselregulation: Anthocyane können Enzyme der Kohlenhydratverdauung modulieren und die Insulinsensitivität beeinflussen.

Bedeutung für Lebensmittel- und Supplemententwicklung

Anthocyane bieten mehrere Vorteile:

  • natürliche Farbgebung
  • antioxidative Marketingargumente
  • funktionelle Positionierung
  • hohe Verbraucherakzeptanz

Herausforderungen bleiben:

  • Stabilität in Verarbeitung und Lagerung
  • Standardisierung des Gehalts
  • Nachweis bioaktiver Effekte in Endprodukten

Gerade standardisierte Extrakte aus stabilen Quellen wie schwarzer Karotte, Purpurmais oder Aronia gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.

Wussten Sie es?

Rotkohl dient im Chemieunterricht als natürlicher pH-Indikator

Rotkohl enthält besonders viele Anthocyane, deren Struktur sich je nach pH-Wert verändert. In saurer Umgebung erscheinen sie rötlich, bei neutralem pH violett und unter alkalischen Bedingungen blau bis grünlich. Deshalb wird Rotkohlsaft im Chemieunterricht häufig als natürlicher pH-Indikator eingesetzt, um Säuren und Basen sichtbar zu machen.


Unsere Produkte

Wir bieten Ihnen mehrere Extrakte mit verschiedenen Anthocyan- oder Anthocyanidingehalten an. Stöbern Sie gern in den Produkten und melden Sie sich für Ihr unverbindliches Angebot.


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Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass bei den oben genannten Aussagen teilweise weitere Forschungen sowie Studien notwendig sind, um diese wissenschaftlich zu belegen. Daher können aktuell nicht alle Aussagen von der Schulmedizin anerkannt werden.

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Bei rechtlichen Unsicherheiten empfehlen wir, Fachjurist:innen oder die zuständigen Behörden zu konsultieren.


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