Das Chinesische Neujahr (auch „Lunar New Year“/Spring Festival) ist das wichtigste Familien- und Reiseereignis in China. Wirtschaftlich ist es aber vor allem eines: der größte planbare, wiederkehrende Produktions- und Logistik-Einschnitt der Welt – mit Effekten auf Rohstoffmärkte, Vorprodukte, Verpackungen, Fertigwaren und internationale Transporte.
Für 2026 kommt ein zusätzlicher Faktor dazu: China hat die offizielle Feiertagsperiode zum Spring Festival vom 15. - 23. Februar 2026 auf neun Tage ausgedehnt. Viele unserer Lieferanten schließen bereits am 11. Februar 2026 die Pforten.
Was passiert rund um CNY in der Realwirtschaft?
Produktions- und Beschaffungseffekte in China
- Vorlauf: Viele Lieferanten fahren die Produktion 1–2 Wochen vor dem offiziellen Feiertagsstart herunter.
- Stillstand & Hochlauf: Die öffentliche Ferienwoche ist nur der Kern – Fabriken bleiben häufig deutlich länger geschlossen und der Wiederanlauf braucht Zeit (Backlogs, Personal kehrt gestaffelt zurück).
- Bestell- und Lead-Time-Verlängerung: Aufträge, die „zu nah“ am CNY platziert werden, rutschen schnell in die Zeit nach dem Hochlauf.
Logistik- und Transporteffekte
- Vor-CNY Peak: Exporte werden gebündelt → Kapazitäten werden knapp, Cut-offs ziehen an, Transportkosten steigen (Peak Season Surcharges).
- Während CNY: Weniger Produktion und geringere Abfahrtsdichte → reduzierte Carrier-Kapazität und unregelmäßige Fahrpläne. Nichts geht mehr.
- Nach CNY: Stau-Effekt durch aufgelaufene Sendungen → Port-/Hub-Belastung, Container- und Slot-Engpässe.
Warum ist das global relevant – auch jenseits „Made in China“?
China ist für viele Branchen nicht nur Endfertiger, sondern Knotenpunkt für Vorprodukte (Chemiegrundstoffe, botanische Extrakte, Aminosäuren/Vitamine, Verpackungsmaterialien, Hilfsstoffe, Maschinen-/Ersatzteile). Wenn dieser Knotenpunkt planbar „aussetzt“, verschieben sich weltweitLiefertermine (OTIF-Performance), Bestandsniveaus (Safety Stock), Cashflow (frühere Zahlungen/Bestellungen), Transportkosten (Spot vs. Contract, Mode Shifts).
Für 2026 ist zudem die „Chunyun“-Reisesaison wieder ein riesiger Belastungstest: China erwartet rekordhohe Reisebewegungen in der Spring-Festival-Periode. (Das betrifft zwar primär Inlandsmobilität, wirkt aber indirekt auch auf Arbeitskräfteverfügbarkeit in Logistik & Warehousing.)
Auswirkungen auf den Rohstoffhandel (auf uns bezogen)
Was passieren kann, wenn nicht rechtzeitig geplant wird?
- Engpässe durch Produktionsstopp, späterer Re-Start; zudem häufig mehrstufige Supply Chains (Anbau → Extraktion → Trocknung → Vermahlung → QC → Export).
- Vor-CNY werden Orders „vorgezogen“, was Preisdruck und längere Lead Times auslösen kann, wenn Kapazitäten knapp sind.
- Wenn ein Rohstoff fehlt, kann ein kompletter Premix oder ein SKU-Run ausfallen → besonders teuer bei Just-in-Time-Planung.
- Lieferverzögerungen vor und nach dem CNY können zu Produktionsverzögerungen kommen.
Fazit
Chinese New Year (so wie die Golden Week vom 1. - 6. Oktober) ist kein nationaler Feiertag, sondern es ist ein globaler Taktgeber für Industrie & Logistik.
Wussten Sie es?
Nach dem Chinesischen Neujahr wechseln jedes Jahr Millionen Arbeiter:innen den Job – freiwillig. Viele Fabrikarbeiter nutzen CNY als natürlichen „Reset-Punkt“. Schätzungen aus Industrie & Supply-Chain-Analysen zeigen: 10–30 % der Belegschaft kehrt nach CNY nicht zum alten Arbeitgeber zurück (regional und branchenabhängig).
Das kann bedeuten: neue und teils unerfahrene Teams, Qualitätsschwankungen in den ersten Wochen nach dem Restart, mehr Risiko bei komplexen Prozessen (Extraktion, Fermentation, QC, Abfüllung).
Probleme nach CNY entstehen oft nicht wegen fehlender Maschinen oder Rohstoffe – sondern wegen fehlender Erfahrung am Band oder im Labor.
Gerade bei Supplement-, Food- und Kosmetikrohstoffen ist das ein unterschätzter Faktor.
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